inkl. Mastermesse:

Forum Alpbach 2016: Erfahrungsbericht eines Top Performers

Eine nicht enden wollende kurvige Straße bahnt sich ihren Weg in Richtung Alpbach. Umgeben von Bergen und Wald rückt das Ziel immer näher. Getrieben von der Vorfreude und in Gedanken an die Dinge, die ich in den nächsten Wochen erleben werde, merke ich kaum, dass wir bereits die Ortseinfahrt von Alpbach passiert haben. Schon das Ausladen der Koffer gestaltet sich in dieser alpinen Umgebung etwas schwieriger, als angenommen. Auch der Weg hinauf in die Pension von Frau Haberl ist nichts für schwache Nerven. Kaum ein PKW mag wohl im Stande sein, diese Steigung zu erklimmen und doch schaffe ich es völlig erschöpft und durchgeschwitzt das Ziel zu erreichen. Die Zimmer sind mit dem Nötigsten eingerichtet, erfüllen aber ihren Zweck. Etwas befremdlich erscheint es zu Beginn das Zimmer und sogar das Doppelbett (!) mit einer eigentlich unbekannten Person zu teilen – dieses Gefühl legt sich allerdings bald wieder.

Die erste Woche ist intensiv und spannend

Fünf Mal je zwei Seminare pro Tag zu den unterschiedlichsten Themen. Auch wenn sich bei der Seminarvorstellung am Vorabend alle Vortragenden wirklich Mühe gegeben haben, haben diese Bemühungen an meiner Vorauswahl nichts geändert. Ich entscheide mich zum Einen für das Seminar „World Water Resources and Human Well-Being at Risk“ und zum Anderen für das Seminar „Utility of Force in the 21st Century“. Beide Seminare sind wirklich anregend gestaltet und auch wenn beide Themen auf den ersten Blick nicht wirklich etwas gemeinsam haben, zeigt sich nach ein paar Tagen doch, dass viele Dinge auf der Welt oft mehr miteinander in Zusammenhang stehen, als man ursprünglich vermuten würde. Natürlich bietet sich auch fernab von den Seminaren die Gelegenheit bei einem guten Schnitzel und einem kühlen Bier mit anderen Stipendiaten bis spät in die Nacht über die Inhalte der anderen Seminare oder sonstige Themen zu diskutieren. Dieser Faktor ist sicher einer der wichtigsten für das gesamte Forum – der Austausch verschiedener Meinungen, das Argumentieren, das Verstehen oder Nichtverstehen anderer Denkansätze und die Aufgeschlossenheit anderen gegenüber. Unterbrochen wird die Seminarwoche durch den Tirol-Tag einhergehend mit der feierlichen Eröffnung des neuen Kongresszentrums. Eine tolle Feier, viel Politprominenz und ausdrucksstarke Redner rund um das Thema Europa begleiten dieses denkwürdige Ereignis.

Ein bunter Mix aus Rednern

Und auch wenn sich die Seminarwoche einmal dem Ende zuneigt, hat man in Alpbach noch lange nicht alles erlebt. Von den Themen Gesundheit, Hochschule, Technologie, Recht bis hin zu Politik, Wirtschaft, Finanzen und Baukultur bleibt wirklich kaum ein Wunsch offen. Der bunte Mix aus Rednern, welche oft auch themenfremd erscheinen mögen, macht unterschiedliche Zugänge deutlich und hilft dem Zuhörer seinen eigenen Horizont etwas zu erweitern. Auch wenn nicht jede Veranstaltung während der 17 Tage einen Volltreffer darstellt, ist der Großteil davon wirklich empfehlenswert.

Das Tirol Clubbing

Zu meinen persönlichen Highlights gehört einmal natürlich das Tirol Clubbing. Dieser Event wird alljährlich vom Club Alpbach Tirol organisiert und gehört seit langem zu den Fixpunkten aller Stipendiaten. Auch wenn es hierbei weniger um Inhalte, sondern vielmehr um das Thema „Socializing“ geht, hat dieser Abend sicherlich einen Platz unter meinen Top Drei verdient. Als nächstes möchte ich die Präsenz von Herrn Yanis Varoufakis ganz speziell als ein Highlight nennen. Leider war es mir nicht möglich den Firesidetalk mit ihm zu besuchen, jedoch konnten mich seine zwei anderen Auftritte mehr als nur trösten. Auch wenn man nicht immer mit ihm einer Meinung sein muss, bietet Herr Varoufakis neben ausgezeichneter Rhetorik und Wortwitz auch klare Statements und eine wunderbar schlüssige Argumentation. Last but not least sind auch sicherlich noch die zwei exklusiven Kamingespräche mit Herrn Pichler von den SOS Kinderdörfern und Herrn Langes-Swarovski, dem Geschäftsführer der Swarovski KG als Besonderheit zu vermerken. Bei beiden Personen hat mich wahnsinnig ihre Offenheit und Freundlichkeit beeindruckt. Sowohl Herr Pichler, als auch Herr Langes-Swarovski, ermöglichten uns tolle Einblicke in eine NGO einerseits und in ein Familienunternehmen andererseits und eröffneten somit weitere Perspektiven für individuelle Denkanstöße.

Abschließend möchte ich festhalten, dass ich sehr dankbar bin, diese Chance bekommen zu haben. Ich finde das Stipendien-Programm super und hoffe, dass dieses in naher Zukunft noch weiter ausgebaut werden kann. Ich bin froh über die vielen tollen Menschen, die ich in den mehr als zwei Wochen kennenlernen durfte und auch darüber, über mich selbst viel Neues in Erfahrung gebracht zu haben. Ich kann diese Erfahrung wirklich jedem empfehlen, unabhängig vom fachlichen und persönlichen Background.