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Wie sich der Weg in eine Führungsposition ebnen lässt

Notwendiger Ehrgeiz und die Gabe, sich ständig zu motivieren – das sind nur zwei Fähigkeiten, die man braucht, um die Karriereleiter bis nach ganz oben zu erklimmen. Der Grundstein für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn ist meist die richtige Ausbildung und der starke Wille zur kontinuierlichen Weiterbildung.

Dass man nicht sofort nach Erhalt des Maturazeugnisses oder dem Abschluss eines Studiums in einer Top-Position beruflich Fuß fasst, liegt in der Natur der Sache. Gute Führungskräfte sollten über ein gewisses Maß an Berufserfahrung verfügen, denn schließlich müssen sie für jenen Bereich, in dem sie tätig sind, die notwendige Kompetenz aufweisen. Strebt ein Mitarbeiter nach höheren Aufgaben, so kann er entweder in ein anderes Unternehmen wechseln oder sich innerhalb der Firma, für die er im Moment tätig ist, um eine Beförderung bemühen. In beiden Fällen braucht es hohen Einsatz, aber auch ein geschicktes Selbstmarketing.

Vielfalt an berufsbegleitenden Studiengängen

Oftmals werden für Führungspositionen akademische Abschlüsse verlangt. Egal, ob man bereits mit einem absolvierten Studium oder ohne dieses in einem Unternehmen gestartet hat, weitere akademische Studien können heutzutage berufsbegleitend absolviert werden. Das ist durchaus sinnvoll, sorgen diese doch für hohe Flexibilität, womit sich neben der Weiterbildung auch die derzeitigen beruflichen Aufgaben und das Familienleben gekonnt unter einen Hut bringen lassen.

In Österreich zum Beispiel arbeitet das BFI (Berufsförderungsinstitut), das in allen Bundesländern an teilweise auch mehreren Standorten vertreten ist, mit der Hamburger Fern-Hochschule (HFH) zusammen. Im Angebot finden sich dort berufsbegleitende Bachelor- und Masterstudiengänge, beispielsweise Betriebswirtschaft (BWL) oder Wirtschaftsingenieurwesen (WIN). Die Bachelor-Studiengänge sind mit vier bis acht Semestern veranschlagt, manche von ihnen bauen auf einem schulischen Abschluss (HAK-, HLW/HBLA- bzw. HTL-Absolventen) auf, und sind dann meist in vier bis fünf Semestern zu absolvieren. Master-Studiengänge – angeboten werden hier etwa Betriebswirtschaft oder General Management – dauern in der Regel vier Semester.

Das BFI bietet aber auch für Mitarbeiter aus dem Produktions-, Handels- und Dienstleistungsgewerbe eine Möglichkeit der Qualifizierung im Rahmen der sogenannten „Führungskräfte-Ausbildung“. Dieses Angebot richtet sich unter anderem an Team- oder Bereichsleiter, aber auch an Vorarbeiter oder Schichtführer. In 100 Unterrichtseinheiten (UE) wird theoretisches und praktisches Wissen vermittelt, um als Führungskraft qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten und gleichzeitig akzeptiert zu werden. Im Anschluss an den Lehrgang haben die Teilnehmer die Möglichkeit, eine Zertifizierungsprüfung abzulegen, um das Personenzertifikat „operative Führungskraft nach ISO 17024“ zu erlangen.

Diese und andere Fortbildungsmaßnahmen sind in der Regel mit Kosten verbunden und können, etwa bei den Bachelor- und Masterstudiengängen, bis zu einigen tausend Euro ausmachen. Weiterbildungswilligen stehen in Österreich allerdings zahlreiche Förderprogramme – abhängig vom Bundesland – zur Verfügung.

Fachkompetenz ist die eine, Schlüsselkompetenzen die andere Seite

Eine gute Aus- und Weiterbildung stellt die Grundlage für die Erreichung einer Führungsposition dar, allerdings braucht es daneben noch weitere Fähigkeiten, die sich in Hard Skills (im Wesentlichen die mit einer Position verbundene fachliche Kompetenz) und Soft Skills (über die fachliche Kompetenz hinaus gehende Fähigkeiten, vielerorts auch als Schlüsselkompetenzen bezeichnet) unterscheiden lassen. Zu den Top-10-Fähigkeiten einer guten Führungskraft zählt unter anderem, Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen. Darüber hinaus braucht es die Setzung klarer Ziele und die damit in Verbindung stehende Kommunikation. In einem nächsten Schritt müssen dann Maßnahmen und Strategien entwickelt werden, um diese Ziele auch umzusetzen. „Einzelkämpfertum“ ist in Führungspositionen wenig gefragt und daher ist es wichtig zu lernen, Aufgaben zu delegieren. Damit im Zusammenhang steht die Motivation der Mitarbeiter.

Stichwort Mitarbeiter: Da in einem Unternehmen oftmals unterschiedlichste Charaktere aufeinandertreffen, muss eine gute Führungskraft in der Lage sein, Konflikte frühzeitig zu erkennen und diese zu lösen. Ein weiterer Punkt ist die Mitteilung von Anerkennung oder Kritik. Wichtig ist es auch, die Fähigkeiten und Motive der Mitarbeiter zu erkennen, um diese entsprechend fördern zu können. Der „Blick über den eigenen Tellerrand“ darf ebenfalls nicht fehlen und so gilt es, Netzwerke zu fachfremden Bereichen aufzubauen, auf die man im Bedarfsfall zurückgreifen kann. Im Zeitalter der zunehmenden Technologisierung sind Veränderungen mehr denn je notwendig – allerdings sollten diese behutsam initiiert und begleitet werden.

Wandel im Arbeitsleben – die Autorität bleibt

Obwohl es in der Gegenwart einen Trend zu flachen Hierarchien und politischer Korrektheit gibt, plädieren Experten dafür, sich die für eine Führungsposition notwendige Autorität rasch zu verschaffen bzw. diese zu entwickeln. Eine Führungsrolle ist zu akzeptieren und anzunehmen, denn sonst gelingt kein authentischer Wechsel von einer anderen in eine Top-Position. Schließlich ist die Führungskraft dafür verantwortlich, die an sie gestellten Ziele gemeinsam mit ihrem Team zu erreichen. Soft Skills sind notwendig, um die soziale Kompetenz zu zeigen: Die Führungskraft muss auf Menschen zugehen können, mit ihnen Gespräche führen, Mitarbeiter einbeziehen und konstruktiv mit ihnen arbeiten. Das bedeutet allerdings nicht, auf jeden Wunsch der Mitarbeiter auch einzugehen. Menschen in Führungsposition müssen oftmals unpopuläre Entscheidungen treffen und diese in weiterer Folge auch vertreten können.

CAREER & Competence
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