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Talsohle durchschritten

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Talsohle durchschritten

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In den ersten sechs Monaten des Jahres sind in Tirol 151 Unternehmen insolvent geworden. Das ist ein Anstieg von 26,9 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018.

Tirol verzeichnet einen markanten Anstieg bei den Kommerzinsolvenzen. Nach zwei Jahren mit deutlichen Rückgängen bei den Insolvenzzahlen gibt es heuer eine Trendwende. Das geht aus der Insolvenzstatistik des KSV für das erste Halbjahr 2019 hervor.

Unterschiedliche Entwicklung in den Bundeländern

In Gesamtösterreich gab es bei den Unternehmensinsolvenzen kaum merkbare Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr. Bei einer genauen Analyse zeigt sich jedoch eine extrem uneinheitliche Entwicklung in den jeweiligen Bundesländern. Neben Tirol gibt es einen spürbaren Anstieg der Pleiten im Burgenland (+ 28,6 Prozent) und in Salzburg (+ 18,9 Prozent). In Kärnten (- 12,0 Prozent) und in der Steiermark (- 14,8 Prozent) vermeldet der KSV1870 hingegen wesentliche Rückgänge bei den Insolvenzen.

Zahl 2018 sehr niedrig

Trotz der nunmehr steigenden Insolvenzzahlen läuft der Tiroler Wirtschaftsmotor weiter konstant im positiven Bereich. Der in Prozentzahlen mit einem Plus von 26,9 Prozent sehr stark erscheinende Anstieg der Pleiten im heurigen Jahr darf zu keinen voreiligen Schlüssen führen. 2018 war das Insolvenz niveau in Tirol extrem niedrig. Es schlitterten nicht einmal sechs von 1.000 Unternehmen im Vorjahr in die Insolvenz. Eine niedrigere Insolvenzquote gab es in Tirol in den letzten 25 Jahren nicht. Die Gründe dafür sind die folgenden: Die Tiroler Betriebe profitieren seit Jahren von den niedrigen Zinsen und können am Markt mit ihren Produkten gute Ergebnisse erzielen. Der in Tirol sehr ausgeprägte Branchenmix stabilisiert zusätzlich den gesamten Wirtschaftsstandort. Läuft einmal eine Branche etwas unrund, liefert häufig dafür eine andere Sparte positive Überraschungen.

Einige größere Verfahren

Die 151 Insolvenzen in Tirol bedeuten, dass bisher heuer ähnlich viele Betriebe wie in den Jahren 2016 und 2017 insolvent wurden. Nach dem Rekordtief im Vorjahr steigt die Zahl der gescheiterten Unternehmen wieder an. Anhand des Anstiegs der Passiva um 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sieht man, dass es einige größere Verfahren vom Landesgericht in Innsbruck zu bearbeiten gab. Klaus Schaller, Leiter des KSV1870-Standorts in Innsbruck, relativiert den deutlichen Anstieg bei den Passiva: „In den letzten fünf Jahren wurde Tirol von Großinsolvenzen nahezu verschont. Pleiten mit mehr als fünf Millionen Euro an Passiva waren eine seltene Ausnahme. 2019 gab es wieder mehrere Pleiten mit einstelligen Millionenverbindlichkeiten, wobei es in nicht wenigen Fällen entsprechende Vermögenswerte gab, die diesen Verbindlichkeiten gegenüberstanden.“

Bereinigung des Markts

Eine etwas höhere Insolvenzquote in Tirol muss aus einer volkswirtschaftlichen Sicht nicht unbedingt negativ gesehen werden. Es kommt zu einer Bereinigung des Markts, da nur wirtschaftlich fitte Unternehmen auftreten. Bei einer Vielzahl von kurz vor dem wirtschaftlichen Abgrund stehenden Unternehmen besteht immer die latente Gefahr, dass durch Dumpingangebote der wirtschaftlich schwachen Betriebe das Preisgefüge einer gesamten Branche aus dem Ruder läuft und damit auch eigentlich gesunde Unternehmen letztlich gefährdet werden.

Deutlicher Anstieg Erwartet

Für das Jahr 2019 erwartet der KSV1870 für Tirol einen deutlichen Anstieg bei den Unternehmensinsolvenzen gegenüber 2018. Es zeichnet sich ab dass sich das Insolvenzniveau bei den Zahlen der Jahre 2016 und 2017 einpendeln wird. Bei einem langfristigen Vergleich der Anzahl der Pleiten wird auch 2019 wieder einen tiefen Wert – wenn auch nicht ein Rekordtief – aufweisen.

Quelle:
ECHO Zeitschriften und Verlags Ges.m.b.H.

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