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Kein Auskommen mit dem Einkommen

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Kein Auskommen mit dem Einkommen

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Arbeitsklima-Index. Auch wenn die Einkommenszufriedenheit in Tirol überdurchschnittlich hoch ist kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Drittel der Tiroler Beschäftigten kaum genug verdient, um ordentlich über die Runden zu kommen…

Zufrieden?

Ja, aber… Auf diese Kurzformel lassen sich die Ergebnisse des neuesten Arbeitsklima-Index (siehe Info unten) für Tirol bringen. Die Beschäftigten hierzulande sind zufrieden in und mit ihrer Arbeit: Mit einem Wert von 72 Punkten liegt ihre Zufriedenheit über dem Gesamtschnitt aller Erwerbstätigen in Österreich (70 Punkte). Auch die Zukunft des Betriebs, in dem man beschäftigt ist, wird als gut eingeschätzt, ebenso die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes. Zudem zeigen sich hinsichtlich der Arbeitszufriedenheit wenig Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Also alles zufriedenstellend? Leider nicht, denn auch hier hat die Medaille zwei Seiten.

Schwieriges Auskommen.

Selbst wenn die Tiroler Beschäftigten mit ihrem Arbeitsplatz großteils zufrieden sind – mit dem Einkommen ist man es weniger. Denn fragt man genauer nach, ergibt sich ein differenzierteres Bild. So geben nur 7 % an, von ihrem Einkommen sehr gut leben zu können, 30 % kommen gerade über die Runden, für 6 % reicht das Einkommen nicht aus. Mehr als ein Drittel der Tiroler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kämpft sich somit Monat für Monat weiter, in der Hoffnung, keine unnötigen Ausgaben tätigen zu müssen. „Tirol ist ein Hochpreisland mit hohen Lebenshaltungs- und Wohnkosten. Hier halten die Einkommen nicht mit. Die Tirolerinnen und Tiroler sind es gewohnt hart und fleißig zu arbeiten, und das ohne zu jammern. Das zeigt auch der Arbeitsklima-Index. Aber klar ist auch: Man muss von seiner Arbeit leben können“, urteilt AK Präsident Erwin Zangerl. Für ihn steht fest, dass die Löhne steigen müssen und die angekündigte Steuerreform gerade jene nicht entlasten wird, die den Großteil der Steuern bezahlen. „Es sind die Beschäftigten, die zum überwiegenden Anteil die Steuerlast tragen und dann wird eine Reform aufgesetzt, bei der die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich ihre Steuerentlastung selbst finanzieren, quasi durch die Hintertür. Der Grundsatz, dass sich die Entlastung an der Steuerlast der jeweiligen Gruppe orientieren soll, gilt in Österreich nicht“, so Zangerl. Die kalte Progression wird die Effekte der Steuerreform wieder auffressen. „Denn irgendwo muss das Geld ja herkommen, das so großzügig an die Konzerne verteilt wird“, sagt Zangerl.

Angst vor dem Alter.

Getrübt wird die Zufriedenheit aber nicht nur durch unzureichende Einkommen, auch hinsichtlich der Altersversorgung sind die Befragten skeptisch. So denken 43 %, dass ihre Altersversorgung gerade ausreichen wird, um ihre Bedürfnisse und Ausgaben zu decken, 17 % glauben sogar, damit nicht auszukommen. Ein schwacher Trost ist, dass die Tirolerinnen und Tiroler diesbezüglich noch optimistischer sind als der österreichische Durchschnitt: Insgesamt glaubt nämlich ein Drittel der Österreicher, mit der Pension nicht auszukommen…

Arbeitsklima-Index

Der Arbeitsklima-Index misst die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten in Österreich und dient als Benchmark zur Arbeitszufriedenheitsmessung in den Betrieben sowie der Industrie. Er beruht auf 25 indexbildenden thematischen Fragen zu Arbeitsbedingungen und -umfeld, der individuellen beruflichen Perspektive sowie der Zufriedenheit mit dem Vorgesetzten. Darüber hinaus werden Antworten auf Hintergrundfragen (z. B. zu Arbeitszeit, Branche, innerbetriebliche Interessenvertretung) sowie personen- und haushaltsbezogene Fragen erhoben. Die Daten bieten eine realistische Sicht der Arbeitswelt und beeinflussen die wissenschaftliche und politische Diskussion. Der aktuelle Arbeitsklima-Index wurde im 4. Quartal 2018 vom IFES-Institut für empirische Sozialforschung erhoben. 4.450 Interviews wurden österreichweit geführt, die Sonderauswertung für Tirol bezieht sich auf 482 Interviews.

Quelle:
ECHO Zeitschriften und Verlags Ges.m.b.H.

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