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Wer kümmert sich ums kranke Kind?

Die kleine Anna hat Grippe. Ihre Mama sollte eigentlich in die Arbeit, aber sie kann die Tochter nicht alleine lassen. Für solche Fälle gibt es die bezahlte Pflegefreistellung.

Wenn Sie als Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer wegen der Pflege eines im gemeinsamen Haushalt leben den nahen Angehörigen nicht arbeiten gehen können, haben Sie Anspruch auf bezahlte Pflegefreistellung. Diese soll nur dann beansprucht werden, wenn kein anderer Obsorgepflichtiger die Betreuung übernehmen kann.

Krankes Kind.
Auch jene leiblichen Elternteile, die nach einer Trennung nicht mit dem Kind im selben Haushalt wohnen, haben ein Recht auf Pflegefreistellung. Ebenso als neuer Partner in Patchwork-Familien können Sie als Ehegattin bzw. Ehegatte, eingetragener Partner oder Lebensgefährte dann Pflegefreistellung nehmen, wenn Sie mit dem leiblichen Elternteil und dem zu betreuenden Kind im selben Haushalt leben. Dabei ist es unerheblich, welches Geschlecht die neuen Partner haben.

Das steht zu.
Elternteile (Wahl- und Pflegeeltern) haben jeweils Anspruch auf Pflegefreistellung und Fortzahlung des Entgelts bis zu einer Woche pro Arbeitsjahr. Eigentlich handelt es sich um eine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit, sodass auch regelmäßig geleistete Mehr- und Überstunden einzurechnen sind. Etwaige Reste können nicht ins nächste Jahr mitgenommen werden, der Anspruch verfällt. Auch ein bloß stundenweiser Konsum der Pflegefreistellung ist möglich. Wird ein Kind, das das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, innerhalb desselben Jahres neuerlich krank, steht den Arbeitnehmern eine zweite Woche Pflegefreistellung zu. Auch wenn die übliche Betreuungsperson eines Kindes, also etwa der andere Elternteil, die Tagesmutter oder ein Großelternteil, erkrankt, können Eltern eine sogenannte Betreuungsfreistellung beanspruchen.

Krankenhaus.
Für die Betreuung Ihres Kindes im Krankenhaus gibt es Pflegefreistellung, wenn das Kind sein 10. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Für leibliche Kinder ist dafür kein gemeinsamer Haushalt erforderlich, für leibliche Kinder des anderen Ehegatten, eingetragenen Partners oder Lebensgefährten bei gemeinsamem Haushalt. Ist das Kind älter als 10 Jahre, gibt es bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit Pflegefreistellung, zum Beispiel dann, wenn die ärztliche Bestätigung attestiert, dass die Anwesenheit für die Genesung des Kindes erforderlich ist.

Berufliche Situation.
Alleine die Eltern entscheiden, wer die Freistellung in Anspruch nimmt – Arbeitgeber haben hier kein Mitspracherecht. Ratsam ist es allerdings, bei der Organisation der Betreuung in der Familie auch die berufliche Situation im Auge zu behalten und die Pflegefreistellung so auf die Eltern zu verteilen, dass wichtige Termine trotzdem wahrgenommen werden können, empfehlen die AK Experten.

Nahe Angehörige.
Als nahe Angehörige gelten übrigens nicht nur leibliche Kinder und im gemeinsamen Haushalt lebende leibliche Kinder von Ehegatten, eingetragenen Partnern oder Lebensgefährten: Eine Freistellung ist ebenso möglich, wenn Ehegatten, eingetragene Partner & Lebensgefährten, Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, Enkel, Urenkel, Adoptiv- und Pflegekinder krank werden.

Meldepflicht.
Eine Arbeitsverhinderung aufgrund der Pflege oder Betreuung eines nahen Angehörigen muss dem Arbeitgeber so schnell wie möglich gemeldet werden. Dieser darf eine ärztliche Bestätigung dafür verlangen, muss aber die Kosten dafür übernehmen. Eltern – und auch andere Personen im Patchwork-Familienverband – erhalten während der Pflegefreistellung jenes Entgelt, das sie in dieser Zeit bekommen hätten, wenn sie wie gewohnt ihrer Arbeit nachgegangen wären.

Tipp.
Wenn der Anspruch auf Pflegefreistellung ausgeschöpft ist und kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung aus sonstigen wichtigen Gründen besteht, können Sie für die notwendige Pflege eines Kindes unter 12 Jahren ohne vorherige Vereinbarung mit dem Arbeitgeber Urlaub nehmen, sofern Sie noch offenen Urlaub haben. Sie müssen aber dem Arbeitgeber sofort mitteilen, dass Sie aus diesem Grund Urlaub ohne Vereinbarung nehmen.

Quelle:
ECHO Zeitschriften und Verlags Ges.m.b.H.

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