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Lernkonzepte mit Zukunft, neue Studien, Ausbau der Forschung

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Lernkonzepte mit Zukunft, neue Studien, Ausbau der Forschung

Lernkonzepte mit Zukunft, neue Studien, Ausbau der Forschung

© ra2 studio – Fotolia.com

UMIT-Rektorin Sabine Schindler sieht die UMIT in der Lehre sehr gut und zukunftsträchtig aufgestellt und will auch in der Forschung eine prominentere Rolle spielen. Mit einem reinen Onlinestudium setzt man didaktisch neue Maßstäbe.

Sind Sie mit der derzeitigen Entwicklung der UMIT zufrieden?

Ja, mit der aktuellen Entwicklung bin ich sehr zufrieden. Wir haben vor Kurzem zum Auftakt des Studienjahrs Bilanz gezogen und konnten einige Erfolgszahlen präsentieren. Mit 1.739 Studirenden haben wir so viele Menschen im Studium wie nie zuvor. Bei den Studienanfängern haben wir mit 567 Beginnern auch einen neuen Rekord zu verzeichnen. Beides sehr schöne Zahlen, die wir präsentieren konnten. Außerdem sind 60 Prozent unserer Studierenden weiblich, zwei Drittel kommen aus Österreich, das bedeutet, wir sind zu einem Drittel international.

Ist der relativ hohe Frauenanteil dem Pflegeschwerpunkt an der UMIT geschuldet?

In der Pflege haben wir tatsächlich hauptsächlich weibliche Studierende, in den technischen Richtungen dagegen fast nur Männer.

Muss man sich damit einfach abfinden?

Ich finde mich natürlich nicht damit ab. Wir versuchen, ein Gleichgewicht herzustellen. Die Studienwahl hat aber viel mit den Vorprägungen der jungen Menschen zu tun. Deshalb wird es wohl noch eine Weile dauern, bis sich diese Muster aufbrechen lassen.

 

„ Wir nehmen in keinem Studiengang mehr Studierende auf, als wir qualitativ hochwertig versorgen können.“

Sabine Schindler,
Rektorin UMIT

 

Sie haben rund 1.800 Studierende im Haus. Wo liegt die Kapazitätsgrenze, bis zu welcher die UMIT gute Lehre und vernünftige Betreuungsverhältnisse aufrechterhalten kann?

Das hängt vom Studienfach ab. Bei gewissen Fächern sind wir schon an der Grenze, bei anderen gibt es durchaus noch freie Kapazitäten. Bei unserem Studiengang in Landeck sind wir zum Beispiel schon an der Grenze, bei der Psychologie sind wir ebenfalls immer an der Grenze. Dagegen haben wir beispielsweise in der Mechatronik noch Kapazitäten. Wir nehmen in keinem Studiengang mehr Studierende auf, als wir qualitativ hochwertig versorgen können.

Dislozierte Studien sind auch ein gewisses Wagnis. Hat sie der Zuspruch zum Studium in Landeck überrascht?

Landeck war für uns insofern ein Novum, als dass wir zum ersten Mal disloziert waren. Vom Fach her haben wir ein breites Curriculum entwickelt, das viele anspricht. Wir wussten aber nicht, was uns erwartet. Letztlich ist es aber ein großer Erfolg geworden.

Es gibt gerade bei den Privatuniversitäten und Fachhochschulen großen Spielraum für die Entwicklung neuer Curricula. Was tut sich in dieser Hinsicht in der UMIT?

Wir planen einiges. Zum Beispiel haben wir mit einem neuen Universitätslehrgang Health Information Management angefangen. Das ist insofern ein Novum, weil dieser Lehrgang zur Gänze online stattfindet. Es gibt bei uns neue Studienformate, bei denen die Studierenden nur einmal zum Studienbeginn zu uns kommen müssen und das Studium selbst vollständig online stattfindet. Das heißt aber nicht, dass man dabei nur vor dem Bildschirm sitzt und liest, ganz im Gegenteil. Die gestellten Aufgaben müssen gemeinsam gelöst werden, es gibt eine starke Wechselwirkung, es wird sehr viel kommuniziert, sogar mehr als bei einem normalen Studiengang. So bleibt der Lernstoff besser hängen. Das ist ein neues Lernkonzept, von dem wir glauben, dass es die Zukunft ist.

Sehen Sie im Onlinestudium didaktisch keine Defizite?

Überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Da müssen die Studierenden sogar in höherem Ausmaß mitmachen. Der Lehrende ist zwar nicht physisch präsent, aber dennoch immer involviert.

Inwiefern unterscheiden sich die Betreuungsverhältnisse bei Onlinelehrgängen von den Präsenzstudien?

Auch beim Onlinestudium gibt es eine Obergrenze, damit jeder Studierende auch individuell betreut werden kann. Das ist ganz klar geregelt.

Wollen Sie nach dem Vorbild dieses Studiums noch weitere Onlinestudiengänge anbieten?

Wir haben für diesen einen Universitätslehrgang, für den uns auch der eLearning Award 2018 verliehen wird, ein attraktives Konzept entwickelt, auf das wir sehr stolz sind. Mittelfristig wollen wir die positiven Erfahrungen aus diesem Konzept auch für unser aktuelles Studienportfolio nutzen und traditionelle Lehr- und Lernformen verstärkt mit eLearning- Komponenten verknüpfen und so unsere Studiengänge noch attraktiver gestalten. Gerade im universitären Weiterbildungsbereich sind durchaus weitere Onlinestudiengänge denkbar.

Was erwarten Sie sich vom neuen Bachelorstudium Elektrotechnik?

Dieses Studium wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck entwickelt. Anfang Oktober haben wir den Akkreditierungsantrag eingereicht. Sofern die Akkreditierung so klappt, wie wir uns das vorstellen, wird es das einzige derartige Studium in Westösterreich sein. Wir füllen damit eine Marktlücke und hoffen, dass wir den Markt bedienen können und die Absolventen hier im Westen arbeiten werden.

Dieselbe Intention, nämlich dass die hier ausgebildeten Kräfte vor Ort arbeiten, liegt der Medical School zugrunde. Wie weit ist dieses Projekt mittlerweile gediehen?

Ziel der Medical School ist es, die medizinische Versorgungssicherheit nachhaltig zu stärken und das bestehende Medizinstudium an der Medizinischen Universität Innsbruck in Forschung und Lehre zu ergänzen. Im Vordergrund soll eine patientenorientierte Ausbildung stehen, die in der Versorgungslandschaft gut integriert ist und Versorgungsmedizin im Fokus hat. Eine Arbeitsgruppe in der neben der Universität Innsbruck, der Medizinischen Universität Innsbruck und der UMIT auch alle maßgeblichen Akteure und Körperschaften des Tiroler Gesundheitswesens vertreten waren, hat eine Machbarkeitsstudie erstellt, die dem Land Tirol als Entscheidungsgrundlage vorliegt.

Die Pläne für eine Medical School wurden von mehreren Seiten heftig kritisiert. Unter anderem fiel die unrühmliche Bezeichnung „Medizin auf Berufsschulniveau“. Wie stehen Sie zu dieser Kritik?

Dazu kann ich nur sagen, dass wir gemeinsam mit den Universitäten am Standort ein zeitgemäßes, qualitativ hochwertiges Medizinstudium entwickeln und anbieten wollen. Das Studium soll mit Experten entwickelt werden, die sich an den modernsten europäischen Curricula orientieren. Und schließlich muss das Studium auch durch die für Privatuniversitäten zuständige Qualitätssicherungsagentur AQ Austria genehmigt werden, die die Qualität des Studiums in Forschung und Lehre in einem aufwendigen Begutachtungsprozess mit internationalen Gutachtern auf Herz und Nieren prüft.

Vor einigen Jahren wurde der Campus Tirol zur Intensivierung der Zusammenarbeit der Tiroler Hochschulen ins Leben gerufen. Was tut sich dort konkret?

Der Campus entwickelt sich ganz gut, als Hauptinitiative hat sich der Cluster Health and Life Sciences herauskristallisiert. Dabei haben sich über 100 Forscher zusammengefunden, die verschiedene Projekte gemeinsam entwickeln und auch gemeinsam Drittmittel einwerben. Es ist sinnvoll, dass wir im Hochschulbereich unsere Kräfte bündeln.

Eine Universität wird auch an Ihrer Forschungsleistung gemessen. Wie steht die UMIT diesbezüglich da?

Der Forschungsoutput bemisstsich an der Anzahl der Publikationen in hochwertigen Journals und der Höhe der eingeworbenen Drittmittel. Derzeit laufen 104 Forschungsprojekte mit einem Gesamtprojektvolumen von 6,9 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr sind das 900.000 Euro mehr, eine schöne Steigerung. Wir gehen verstärkt in Richtung Forschung und streben eine weitere Internationalisierung an, in der Lehre sind wir sowieso gut. Außerdem wollen wir die Interdisziplinarität ausbauen und verstärkt unsere Nachwuchswissenschaftler fördern. Das sind unsere Schwerpunkte für die nächste Zeit. Wir denken auch darüber nach, zukünftig Curricula auf Englisch anzubieten.

Quelle:
ECHO Zeitschriften und Verlags Ges.m.b.H.
Interview: Marian Kröll