Bitte aktivieren Sie JavaScript, damit die Website vollständig und korrekt angezeigt wird!
Tel: +43 (0)664 1945989 | Email: admin@career-competence.at

Fachkräftemangel als Bremse

Wie überzeuge ich im Bewerbungsgespräch?
7. November 2018
Beschäftigte halten unser Land am Laufen
10. Dezember 2018
Alle anzeigen

Fachkräftemangel als Bremse

Portrait of welder with protective mask

Die Sparten Handwerk und Gewerbe profitieren von der starken Konjunktur im Land. Die Betriebe werden jedoch durch den Fachkräftemangel ausgebremst, auch wenn die Auftragsbücher voll sind.

Bei der Präsentation des Konjunkturberichts für das 3. Quartal im Tiroler Gewerbe und Handwerk zeigten sich die Vertreter der Wirtschaftskammer insgesamt sehr zufrieden. 39 Prozent der Betriebe sind mit dem aktuellen Geschäftsjahr zufrieden, nur neun Prozent beurteilen dieses als schlecht. „Ein Superergebnis, ein Alltime-High“, freute sich Gewerbeobmann Franz Jirka bei der Präsentation der Zahlen. Auftragseingänge und Umsätze haben sich im ersten Halbjahr mit einer Steigerung von 1,4 Prozent deutlich positiv und über dem Österreichdurchschnitt entwickelt. In den Bereichen Bau und Baunebengewerbe sowie in den Branchen Holz, Kunststoff, Mechatronik und KFZ ist die Entwicklung besonders gut. Der Grund hierfür liegt laut Stefan Grabislander, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik und Strategie der WKT, auf der Hand: „Diese Branchen profitieren besonders vom Boom auf dem Immobilien- und Automarkt.“

Zu wenige Fachkräfte

Das größte Problem für die Gewerbe- und Handwerksbetriebe stellt nach wie vor der Fachkräftemangel dar. „Fachkräfte zu finden, wird immer mehr zu einem riesigen Problem für uns. Viele Betriebe müssen Aufträge ablehnen, weil sie nicht genügend Personal haben“, weiß Jirka. Laut einer aktuellen Umfrage geben 41 Prozent der Betriebe an, dass sich die Situation in den letzten zwölf Monaten zusätzlich verschlechtert hat. Die Zahl der neuen Lehrlinge ist im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gestiegen. In diesem Jahr fingen 1.700 Lehrlinge eine Ausbildung im Gewerbe oder Handwerk an. Doch auch wenn diese Entwicklung durchaus positiv ist, ist man auch hier noch weit von den gewünschten 2.000 Lehrlingen entfernt. Jirka freut sich dennoch über die steigenden Lehlingszahlen der letzten drei Jahre und sieht diese als Zeichen dafür, dass die Attraktivierungsmaßnahmen der Wirtschaft in den letzten Jahren nun endlich Früchte tragen.

Meisterausbildung fördern

Johannes Huber, Leiter der Bildungsabteilung der WKT, fordert bei dieser Gelegenheit von der Politik noch weitere Maßnahmen, um vor allem die Meisterausbildung, die „Krone“ der Ausbildung im Gewerbe und Handwerk, noch weiter aufzuwerten. „Meister sind bestens ausgebildete Experten in ihrem Fach, studieren dürfen sie dennoch nicht“, so Huber. Aus seiner Sicht wäre es sinnvoll, den Unizugang für Meister zu öffnen, zumindest in facheinschlägigen Studiengängen. Wenn es nach Huber geht, soll es sogar möglich werden, dass sich die Meister Teile ihrer Ausbildung für das Studium anrechnen lassen können. Bis jetzt müssen auch Meister die Studienberechtigungsprüfung absolvieren, die neben fachrelevanten Prüfungen auch Prüfungen in Deutsch, Englisch und Mathematik beinhaltet. Ein Maturaniveau in diesen Fächern wird vonseiten der Unis als unerlässlich erachtet, weshalb die Meister bis jetzt ohne diese Prüfungen nicht zugelassen werden. Eine weitere Forderung der Wirtschaftskammer ist eine Übernahme der Kosten für die Meisterprüfung. Diese kostet im Schnitt 8.000 Euro. Der angehende Meister trägt die Kosten dafür meist selbst. „Im Vergleich zu den Studierenden ist das ein eklatanter Unterschied“, bemängelt Jirka. „Deshalb fordern wir die Angleichung an die schulische Ausbildung!“ Seitdem der Meister, wie berichtet, im Nationalen Qualifikationsrahmen auf Stufe sechs und somit gleich wie der Bachelor eingestuft wurde, häufen sich die Vergleiche der beiden Ausbildungsarten. Die Einstufung auf der gleichen Ausbildungsstufe bedeutet jedoch nicht, dass der Meister gleichermaßen als eine akademische Ausbildung zu sehen ist.

Quelle:
ECHO Zeitschriften und Verlags Ges.m.b.H.

CAREER & Competence
Die CAREER & Competence ist West-Österreichs größte Job- und Karrieremesse und bietet Studierenden und AbsolventInnen des Universitätsstandorts Tirol jährlich die Möglichkeit, mit Top Unternehmen in Kontakt zu treten.