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Studienwahl: Auf die Plätze, fertig, MINT!

MINT-Studium

Wer sich nach der Schule oder später im Berufsleben für ein Studium entscheidet, hat die Qual der Wahl: Welche Ausbildung passt zu mir? Das Angebot ist aufgrund seiner Vielfalt kaum überschaubar, und doch gibt es einige Orientierungshilfen. Geistes- oder Wirtschaftswissenschaften, Medizin oder Psychologie – oder die mittlerweile recht bekannten, da oft kontrovers diskutierten MINT-Fächer. MINT? Da war doch was…

 

Die Abkürzung MINT (die zwar eher nach Kaugummi, aber trotzdem sehr smart klingt) steht als Kurzform für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – alles Fächer also, die in dem Ruf stehen, eine geringe Zahl an Auszubildenden und sehr gute Jobaussichten zu haben.

Tatsächlich wurde – ausgelöst durch einen erheblichen Fachkräftemangel – der Fokus erst in den letzten Jahren auf dieses Bündel an Fächern gelegt. Seit 2011 hat das österreichische Wirtschaftsministerium gut 40 Millionen Euro in MINT-Fächer investiert, und auch in den Medien gewinnt die Berichterstattung darüber an Bedeutung – schließlich geht es darum, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und zukünftige Stellen zu sichern.

Laut Information der Universität Wien entscheiden sich rund 60 Prozent aller Studienanfänger für zehn Prozent der möglichen Fächer – besonders die bekannten Studienrichtungen wie Betriebswissenschaft, Jura und Psychologie sind daher schnell überlaufen. Zweifelsohne gilt: Studierende, die in ihrem Studium aufblühen und lieben, was sie tun, werden nach ihrer Ausbildung eher eine Stelle finden, in welcher Sie von Ihren erworbenen Fähigkeiten profitieren. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die MINT-Fächer allemal, gerade bei einem bestehenden Interesse für den naturwissenschaftlichen oder technischen Zweig.

Die MINT-Fächer umfassen neben den vier namensgebenden Studienrichtungen noch viele weitere, etwa Wirtschaftsinformatik, Chemie, Physik, Astronomie, Erdwissenschaften, Meteorologie, Maschinenbau und Elektrotechnik, Mechatronik, Medizin, Biotechnologie, Bio- und technische Physik. Sie alle haben gemeinsam, dass sie sehr gute Studienbedingungen bieten und ihre Studierenden die Chance darauf haben, im Anschluss eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen.

 

MINT: Ist das war für mich?

Wer eine solche Ausbildung in Erwägung zieht, sollte sich einiger Dinge bewusst sein. Dies sind die wichtigsten Anforderungen und Punkte, die Anwärter auf ein MINT-Studium berücksichtigen sollten:

 

Es wird nicht einfach.

Zugegeben: Der Einstieg in eines der MINT-Fächer ist vergleichsweise einfach im Vergleich zu populäreren Studiengängen. Zulassungsbeschränkungen finden sich hier also eher selten. Aber aufgepasst: Dafür ist die Drop-out-Rate relativ hoch. Hier gilt es allerdings zu differenzieren, wie eine Hochschulstatistik des BMWF zeigt: So weist die Techniksparte nach den Geisteswissenschaften in Österreich die zweithöchste Abbruchquote auf, die Naturwissenschaften liegen hingegen im Mittelfeld.

Fast ein Viertel der Befragten gibt „nicht erfüllte Erwartungen“ als Grund für den Abbruch an, nahezu ebenso viele nennen „persönliche Gründe“. Fakt ist: Der Stoff ist komplex und die Studienpläne dementsprechend komprimiert, die Leistungsanforderungen an die Studierenden sind also überdurchschnittlich hoch.

 

Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten ist unabdingbar

Eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen bietet sich vor allem bei den MINT-Fächern an: In manchen Bereichen wird ein Doktortitel regelrecht vorausgesetzt, zumal auch viele MINT-Absolventen nach Abschluss ihrer Ausbildung direkt als Führungskräfte ins Berufsleben einsteigen. Alleine hierfür ist eine Promotion sinnvoll, in Manchen Branchen genügt allerdings auch ein Master-Abschluss mit entsprechender Spezialisierung.

Dafür gibt es auch einige spezielle Stipendien und Förderungen, die ausschließlich MINT-Studierenden vorbehalten sind und ihnen die umfangreiche Ausbildung erleichtern können – ein Schwerpunkt liegt dabei in der Förderung von Frauen in technischen Berufen.

 

Auslandsaufenthalte und Fremdsprachen: mehr als nur erwünscht

Besonders wer eine Karriere im (natur-)wissenschaftlichen Bereich anstrebt, muss über fließende Englischkenntnisse verfügen. Die Sprachbeherrschung ist unabdingbar, da ein wesentlicher Teil der Fachliteratur nur in englischer Sprache vorliegt und umgekehrt von den angehenden Forschern erwartet wird, dass sie auch in der Lage sind, in Englisch zu publizieren.

Weitere Fremdsprachen sind darüber hinaus ebenfalls gerne gesehen, ebenso wie Auslandserfahrung: Der internationale Austausch ist in der MINT-Branche wichtiger und präsenter als in jedem anderen Fachbereich, weshalb ein Auslandsaufenthalt im Lebenslauf nicht nur gerne gesehen ist, sondern auch für all jene hilfreich ist, die im Anschluss an ihre Ausbildung in der Ferne arbeiten möchten.

 

Gute Noten sind wichtig.

Wer denkt, dass MINT-Absolventen so gefragt sind, dass sie keine guten Leistungen erzielen müssen, der irrt. Natürlich ist der Studienabschluss an sich schon eine tolle Leistung und ein Erfolg, der nicht geschmälert werden soll. Allerdings sind gute Noten dennoch ein Einstellungskriterium und damit fast ebenso wichtig wie die fachliche Spezialisierung im Studium.

Dennoch gibt es auch für Studierende, die keine exzellenten Noten vorweisen können, noch ausreichend Jobmöglichkeiten – die Empfehlung lautet hier, sich eher an Klein- und Mittelbetriebe zu halten, die aufgrund des vorherrschenden Fachkräftemangels bei nicht ganz so glanzvollen Abschlussnoten oft noch ein Auge zudrücken.

 

Die gute Nachricht: Jobs und Gehalt

Interessierte sollten sich allerdings von den oben genannten Punkten nicht abschrecken lassen, sondern sie vielmehr als Motivation sehen – die Ausbildung in einem MINT-Fach lohnt sich nämlich nach wie vor, wenngleich man dabei immer beachten sollte, dass das Studium alleine noch keine Garantie auf einen späteren Job ist.

Dennoch ist die Arbeitslosenquote unter MINT-Absolventen immer noch am geringsten, und Studierende dieser Fachrichtungen haben es mit dem Einstieg ins Berufsleben später einfacher. Wer einen der gefragten Jobs ergattert, darf sich darüber hinaus auch über ein überdurchschnittlich hohes Gehalt freuen, wie auch eine neue, groß angelegte Absolventenstudie der Uni Wien und der Statistik Austria belegt.

Es lohnt sich also, bei der Wahl seines Studiums auch die naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen einer näheren Betrachtung zu unterziehen – also auf die Plätze, fertig, MINT!

 

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Katrin Scheiber
Katrin Scheiber bloggt seit 2016 im Auftag der CAREER & Competence über karriererelevante Themen rund um Ausbildung, Beruf und Studium.