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Sprachstudium mit Potenzial

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© Rawpixel.com – Fotolia.com

Sprachen. Im Vergleich zu Französisch, Spanisch oder Englisch wird Russisch an der Uni Innsbruck seltener studiert. Dabei vermittelt ein Slawistikstudium viele gefragte Kompetenzen, vor allem wenn es mit anderen Fächern geschickt kombiniert wird.

Inwieweit eine neue Sprache der Schlüssel zu einer neuen Welt ist, lässt sich gut am Beispiel des Russischen ablesen. Russisch können Interessierte an der Uni Innsbruck am Institut für Slawistik studieren, und zwar in Kombination mit Bosnisch-Kroatisch-Serbisch oder Polnisch. Die Studierenden erwerben zunächst einen Bachelorabschluss; darauf kann ein Masterstudium Slawistik und auch ein Doktoratsstudium aufgebaut werden. Daneben gibt es Russisch als einzelne Sprache im Lehramtsstudiengang im Angebot. In diesem Falle wird Russisch mit einem zweiten Schulfach kombiniert. Aktuell sind in etwa 200 Studierende inskribiert. Das verhältnismäßig kleine Institut punktet mit einer guten Betreuung durch die Lehrenden und das Institutspersonal: „Dadurch entsteht ein enges Verhältnis zwischen allen Beteiligten, der Zusammenhalt ist gut, und man kann als StudentIn nicht leicht in die Anonymität entschwinden“, erzählt Andrea Zink augenzwinkernd. Die Institutsleiterin und Professorin konnte bereits an verschiedenen Instituten Erfahrungen sammeln und lobt die Innsbrucker Slawistik ob der guten Vernetzung zu diversen Partnerinstituten in Russland und anderen slawischen Ländern. Dieses Angebot nutzen Studierende sehr gern für Sommerkurse, und längerfristige Aufenthalte, sie verbringen einige Zeit in Nizhy Novgorod an der Volga, in Kursk, Moskau oder Sankt Petersburg, aber auch im polnischen Lublin oder in Zagreb. „Die Auslandsaufenthalte sind freiwillig, aber Viele machen das. Sie werden in jedem Falle belohnt, denn sie kommen mit einem unglaublich reichen Erfahrungsschatz zurück, und zwar sprachlich und persönlich“, schildert die Professorin. Selbst vermeintlich unwirtliche Ortschaften wie das ostsibirische Yakutsk begeistern die Jungslawisten, „Ein solches Abenteuer bekommt man woanders nicht so schnell geboten“, meint Andrea Zink. An diesem kleinen Institut haben alle Interessierten die Chance auf einen Auslandsaufenthalt mit organisatorischer und finanzieller Unterstützung. Das Leben ist im Allgemeinen für Outgoings günstiger als in Tirol.

Wie schwer ist Russisch?

Auf die Frage, ob Russisch eine zu exotische, schwer zugängliche Sprache sei, antwortet Andrea Zink prompt mit nein: Als indo-europäische Sprache ist das Russische gar nicht so weit von den anderen europäischen Sprachen entfernt. Die Grammatik stellt für Lernende, die beispielsweise Lateinkenntnisse aus der Schule mitbringen oder gut in Deutsch waren, keine große Hürde dar. Satzbau, Deklination und Konjugation sind mit anderen europäischen Sprachen vergleichbar, ein Teil des Wortschatzes ist verwandt. Die kyrillische Schrift lernt sich schnell und folgt einem einfachen Prinzip: Ein Buchstabe steht für einen Laut. „Russisch ist sicher nicht schwieriger als Französisch, wofür man ja auch einigen Aufwand betreiben muss“, meint die Institutsleiterin. Warum sollten sich Sprachinteressierte also nicht für das Russische entscheiden? „Politisch mag die Lage zwar etwas angespannt sein, Russland bleibt aber trotzdem ein Land, mit dem man sich auseinandersetzen muss“ gibt sie zu bedenken, „und zwar wirtschaftlich und politisch.“ Viele slawische Länder sind bereits in der EU, wie Polen, Tschechien, Kroatien oder haben eine enge Beziehung zur europäischen Gemeinschaft wie die Ukraine und Serbien. Diese Länder verfügen hierzulande zwar nicht über die mediale Präsenz der USA, sie sind uns aber geographisch, historisch und kulturell sehr nahe, vielleicht sogar näher als man im Allgemeinen denken mag. Russisch ist nicht zuletzt eine Lingua Franca im nördlichen asiatischen Raum und gemessen an der Anzahl der Muttersprachler auch die größte europäische Sprache. Die Tatsache, dass nicht Viele Slawistik studieren ist außerdem ein Vorteil für all Jene, die dieses Studium geschickt mit andern Disziplinen ergänzen: „Wer einen Slawistik- Bachelor mit einem Jus- oder BWL-Master kombiniert, hat einen Pluspunkt, den nicht Jede/r hat“, empfiehlt Zink, „Ich kenne jedenfalls keine arbeitslosen Slawisten“, fügt sie noch hinzu. Die Sprachkurse werden direkt am Institut besucht und sind auch für Einsteiger möglich, die bei Null beginnen. Sie sind zwar zeitintensiv, aber auf die wissenschaftliche Ausbildung in Literatur- und Sprachwissenschaft ausgerichtet und ein Sprungbrett für ein anspruchsvolles Berufsleben. Am Anfang steht ein Grundkurs von acht Stunden wöchentlich, die höheren Stufen beanspruchen sechs beziehungsweise vier Stunden pro Woche. Die Kurse sind Übungen mit Anwesenheitspflicht. Der Aufwand ist hoch, aber sehr effektvoll, denn wenn man konstant mitmacht und gefordert wird, winkt auch der Erfolg.

Viele Jobperspektiven

„Viele unserer Studierenden wissen, was Linkskurve auf Russisch heißt, sie arbeiten zum Beispiel in Skischulen“ erzählt Andrea Zink und weist dabei auf eine von vielen Jobmöglichkeiten im Wintertourismus hin. Neben Karrieren in kulturellen Institutionen, Schulen, Banken, Versicherungen oder in der Privatwirtschaft sind SlawistInnen auch in typischen Philologenjobs zu finden: Im Journalismus, im Verlagswesen und in den Medien, also überall dort, wo Textkompetenzen gefragt sind. „Texte, Filme oder Dokumente strukturell, historisch und rhetorisch einzuschätzen, lernen Studierende aller geisteswissenschaftlicher Fächer. An der Slawistik kommt eben ein ungewöhnliches Material hinzu“, sagt die Institutsleiterin. Die Beschäftigung mit Texten aus fremden Kulturräumen führt zur Erforschung anderer Denkformen, Lebensweisen oder auch ethischer Konzepte. „Romane sind mitunter auch einfach schön zu lesen und können berühren, den emotionalen Faktor sollte man nicht vergessen“, so Andrea Zink. Der wissenschaftliche Umgang mit Texten sei aber auch für andere Spezialisten lehrreich, die täglich mit präziser Sprache konfrontiert sind, wie etwa Juristen. Russisch-Lehrer sind schließlich gefragt, da sie SchülerInnen ansprechen können, die etwas über die slawischen Muttersprachen ihrer Vorfahren erfahren möchten. Mit einem Geiwi-Studium wie der Slawistik werden Kompetenzen und Schlüssel zu Ländern vermittelt, die in unseren Medien meistens in Zusammenhang mit Kritik und Konflikten diskutiert werden. Die Professorin plädiert in dieser Hinsicht für Offenheit: „Ob Feind oder Freund, wir müssen etwas über diese Länder wissen, wir werden nämlich mit Russland und anderen osteuropäischen Partnern zu tun haben.“ Und gerade der russische Film und die russische Literatur transportieren viele typischen Werte, sowohl der herrschenden als auch der dissidenten Kultur. „Putin zitiert in seinen Reden oft bewusst Gedichte aus der russischen Romantik, und jeder kennt sie“, erklärt Andrea Zink. Literatur spielt im gesellschaftlichen und politischen Leben Russland eine wichtigere Rolle als hierzulande, sie bietet damit einen Schlüssel zum besseren Verständnis des größten Landes der Erde. „Darauf gründet sich die Bedeutung und wissenschaftliche Anerkennung unseres Instituts“, sagt sie abschließend.

Quelle:
ECHO Zeitschriften und Verlags Ges.m.b.H.
Interview: Marianna Kastlunger

Florian Brunner
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