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Vielen Dank für Ihre Bewerbung. Leider…

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Vielen Dank für Ihre Bewerbung. Leider…

Eine Absage zu erhalten tut weh. Nach mühevoller Zusammenstellung der Bewerbungsmappe, einem oder zwei vielversprechenden Gesprächen hatte man so viel Hoffnung… die nun auf einen Schlag stirbt. Mit Absagen umgehen zu lernen, ist ein Aspekt des Bewerbungsprozesses, durch den man viel über sich selbst lernen kann.

Meistens handelt es sich ja nicht nur um eine Absage. Wer sich bei vielen Unternehmen bewirbt muss meist mit ebenso vielen „Eisschreiben“ umzugehen lernen. Die Abfuhr kommt häufig plötzlich und unpersönlich per E-Mail. In diesem wimmelt es nur so von Phrasen, wie: „Vielen Dank für Ihre Bewerbung“, „Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen…“, „Da es großes Interesse an der Stelle gab,…“, „Nach sorgfältiger Prüfung Ihrer Unterlagen habe wir uns für eine/n andere/n Bewerber/in entschieden“, „Ihre Unterlagen halten wir gerne in Evidenz“ und „Für Ihren weiteren beruflichen und persönlichen Lebensweg wünschen wir Ihnen alles Gute und viel Erfolg.“

Ehrliche Absagen sind heute – auch dank des Gleichbehandlungsgesetzes (GIBG) – selten zu finden. Denn ohne Begründung ist eine Absage juristisch nämlich nicht angreifbar. Häufigster Absagengrund ist der große Zulauf an BewerberInnen. Da viele Unternehmen von vorn herein BewerberInnen nach festen Kriterien prüfen, werden nur wenige zu Gesprächen eingeladen. Alle, die durch das Raster fallen, werden ohne Begründung abgelehnt.

Aus Absagen lernen?

Einfacher gesagt, als getan. Um aus Absagen zu lernen, können BewerberInnen prüfen, woran sie gescheitert sind. Da von den PersonalerInnen häufig kein Kommentar oder auch nur Phrasen zu bekommen sind, liegt es an den BewerberInnen selbst, sich zu überlegen, ob die Bewerbung gut war. Waren es die Bewerbungsunterlagen (Tippfehler, unpassendes Foto, wie fehlende Zeugnisse), waren die eigenen Qualifikationen für die Stelle nicht ausreichend, hat man sich zu wenig auf das Inserat bezogen? In diesem Fall kann bereits die Überarbeitung der Bewerbungsunterlagen zielführend sein.

Hat man die Absage hingegen nach einem vielversprechenden Vorstellungsgespräch erhalten, kann man davon ausgehen, dass es nicht an den Unterlagen lag. Lassen Sie das Gespräch noch einmal Revue passieren. Und es besteht auch die Möglichkeit, die Personalerin anzurufen, mit der man das Bewerbungsgespräch geführt hat. Auch wenn es im Moment vielleicht schwer fällt, sollte man sich als erstes bedanken. Anschließend kann man um Rat fragen, was man bei zukünftigen Bewerbungen beachten sollt. Die Frage nach den Gründen für die Ablehnung wird grundsätzlich nicht gerne beantwortet. Wird man häufig nach Bewerbungsgesprächen abgelehnt, kann ein Bewerbungstraining helfen.

Mit Absagen umgehen

Bevor man das nächste Bewerbungsschreiben verfasst, sollte man alle bisherigen reflektieren und die eigene Wut, den Ärger oder die Hilflosigkeit versuchen zu verarbeiten. Z.B. beim Sport dem Ärger Luft machen. Dann die Unterlagen überarbeiten, das Anschreiben auf die Stellenanzeige beziehen, keine Massenbewerbungen versenden und … hoffen, dass man dieses Mal eingeladen wird. Der Bewerbungsprozess wird nicht umsonst als Prozess bezeichnet. Ein Prozess der häufig viel Geduld und Durchhaltevermögen erfordert und der am Ende häufig belohnt wird. Wir wünschen Ihnen jedenfalls von Herzen, dass Sie Ihren Traumjob – mit möglichst wenig Absagen – finden!

Julia DiFranco
Julia DiFranco bloggt sei 2011 für die CAREER & Competence über karrieretechnische Themen rund um Arbeitsalltag, Karriere-Design und Studentenleben.